Hauttyp bestimmen: trocken, fettig, Mischhaut und die passende Pflege

Wenn ich eine neue Kundin frage, was für eine Haut sie hat, kommt fast immer eine von drei Antworten. „Fettig.“ „Trocken.“ Oder, am häufigsten: „Ehrlich gesagt weiß ich es nicht so genau.“
Die dritte Antwort mag ich am liebsten, weil sie die ehrlichste ist. Denn die Haut verändert sich. Mit den Jahreszeiten, mit dem Alter, mit Hormonen, mit Stress und ganz besonders mit dem, was wir ihr auftragen. Der Hauttyp, den du mit achtzehn hattest, ist nicht automatisch der, den du heute hast.
Hier findest du einen einfachen Selbsttest, die typischen Verwechslungen und die Pflegeprinzipien, die ich seit über fünfzehn Jahren für die wichtigsten halte. Nimm dir zehn Minuten. Es lohnt sich.
Hauttyp bestimmen: der einfache Selbsttest
Er dauert eine halbe Stunde und du brauchst nichts dafür.
- Wasche dein Gesicht abends mit einem milden Reinigungsprodukt.
- Tupfe es sanft trocken.
- Trage danach nichts auf. Keine Creme, kein Serum, kein Öl.
- Warte dreißig Minuten und schau dann in den Spiegel. Fühle mit sauberen Fingern über Stirn, Nase, Kinn und Wangen.
So liest du das Ergebnis:
- Alles fühlt sich gleichmäßig an, weder spannend noch glänzend: normale Haut.
- Es spannt, fühlt sich rau an, vielleicht schuppt es leicht, nirgendwo glänzt es: trockene Haut.
- Stirn, Nase und Kinn glänzen, die Wangen fühlen sich normal oder etwas trocken an: Mischhaut. Das ist mit Abstand der häufigste Fall.
- Das ganze Gesicht glänzt, die Poren sind deutlich sichtbar: fettige Haut.
- Es brennt, kribbelt, juckt oder rötet sich schnell, unabhängig davon, ob es glänzt: empfindliche Haut. Das ist übrigens kein eigener Typ, sondern ein Zustand, der zu jedem Typ dazukommen kann.
Was die Typen brauchen, und was ihnen schadet
Trockene Haut hat zu wenig eigenes Fett. Ihre Schutzbarriere ist durchlässiger, deshalb verliert sie schneller Feuchtigkeit und reagiert empfindlicher auf Kälte, Wind und heißes Wasser. Sie braucht reichhaltigere Pflege mit Lipiden und feuchtigkeitsbindenden Stoffen. Was ihr schadet: heißes Wasser, scharfe Reinigung, zu häufiges Peelen.
Fettige Haut produziert mehr Talg. Das ist nicht nur ein Nachteil, denn sie altert oft langsamer und zeigt später Falten. Sie braucht milde Reinigung, leichte Texturen und Feuchtigkeit, die sie nicht beschwert. Was ihr schadet: alles, was austrocknet, denn darauf antwortet sie mit noch mehr Talg.
Mischhaut ist der Grund, warum so viele Pflegeroutinen nicht funktionieren. Hier hilft es, unterschiedlich zu pflegen, also leichter auf der T-Zone und reichhaltiger auf den Wangen. Das ist kein Aufwand, das sind zwei Handgriffe.
Empfindliche Haut braucht vor allem Ruhe. Wenige Produkte, keine Duftstoffe, keine ständigen Wechsel. Und Geduld, denn eine gereizte Barriere erholt sich über Wochen, nicht über Nacht.
Die Verwechslung, die ich am häufigsten sehe
Trockene Haut und dehydrierte Haut sind nicht dasselbe, und dieser Unterschied verändert alles.
Trockene Haut hat zu wenig Fett, das ist eine Veranlagung. Dehydrierte Haut hat zu wenig Wasser, das ist ein Zustand, und den kann jede Haut haben, auch eine fettige.
Typisch für dehydrierte Haut ist, dass sie gleichzeitig glänzt und spannt. Genau dieses Gefühl bringt viele Frauen dazu, noch gründlicher zu reinigen und noch stärker zu mattieren. Damit wird es schlimmer, denn eine Haut, die zu wenig Wasser hat und zusätzlich austrocknet, produziert häufig noch mehr Talg.
Wenn deine Haut also glänzt und trotzdem spannt, dann braucht sie sehr wahrscheinlich nicht weniger Pflege, sondern mehr Feuchtigkeit und mildere Reinigung.
Die häufigsten Fehler, nach Typ sortiert
- Bei trockener Haut: zu heiß waschen und schäumende Reinigung benutzen, die Feuchtigkeitspflege weglassen, weil ohnehin gecremt wird, und im Winter dieselbe leichte Textur weiterverwenden wie im Sommer.
- Bei fettiger Haut: mehrfach täglich entfetten, alkoholhaltige Gesichtswasser, Feuchtigkeitspflege meiden, häufig peelen. Jeder dieser Punkte verstärkt genau das, was du loswerden willst.
- Bei Mischhaut: ein einziges Produkt für alles, meist ausgewählt nach der T-Zone, während die Wangen darunter leiden.
- Bei empfindlicher Haut: zu viele Wirkstoffe gleichzeitig, ständiges Ausprobieren, starke Peelings in der Hoffnung, die Rötung wegzuarbeiten.
- Bei allen Typen: Sonnenschutz nur im Urlaub. Wenn ich eine einzige Gewohnheit ändern dürfte, dann diese.
Wenn dich zusätzlich Unreinheiten begleiten, findest du hier mehr dazu: Unreine Haut im Erwachsenenalter.
Vier Prinzipien, die für jede Haut gelten
Milde reinigen, zweimal am Tag. Morgens und abends reicht. Nach der Reinigung sollte sich die Haut angenehm anfühlen und nicht straff.
Feuchtigkeit immer. Wasser braucht jede Haut, auch die fettige. Die Frage ist nur die Textur.
Sonnenschutz jeden Tag. Für die Hautalterung ist die tägliche Lichtbelastung der größte Einzelfaktor, den wir selbst beeinflussen können. Er wirkt auch bei Wolken und im Winter.
Weniger, aber regelmäßig. Drei Produkte, die du jeden Tag anwendest, tun mehr als zwölf, die abwechselnd im Regal stehen. Gib einer neuen Pflege vier bis sechs Wochen, bevor du sie beurteilst.
Wann du deinen Hauttyp professionell bestimmen lassen solltest
Der Selbsttest oben ist ein guter Anfang. Er hat nur eine Grenze: Du siehst deine Haut im Badezimmerlicht und aus einer Armlänge Entfernung.
Bei einer Hautanalyse schaue ich mit Lupenlicht, tastend und im Zusammenhang. Ich sehe, ob eine Haut wirklich fettig ist oder ob sie verzweifelt Wasser sucht. Ich erkenne, ob die Schutzbarriere gereizt ist, wie es um die Feuchtigkeit steht, ob Rötungen von einer Veranlagung kommen oder von zu viel Pflege, und ob sich Mitesser überhaupt ausreinigen lassen. Dazu frage ich nach Pflege, Medikamenten, Hormonen, Beruf, Schlaf und Stress, weil die Haut selten allein für sich erzählt.
Besonders sinnvoll ist das, wenn du seit Längerem das Gefühl hast, dass nichts richtig passt, wenn sich deine Haut verändert hat, vor einer Umstellung deiner Pflege oder bevor du Geld in Produkte investierst, die vielleicht gar nicht zu dir gehören.
Am Ende einer solchen Analyse steht bei mir kein Verkaufsgespräch, sondern eine Einschätzung. Manchmal lautet sie schlicht: Lass drei von deinen sieben Produkten weg und komm in sechs Wochen wieder.
Mehr zu einer Behandlung, die immer mit dieser Analyse beginnt, findest du hier: klassische Kosmetikbehandlung. Und wenn dich apparative Verfahren interessieren, gibt dir dieser Artikel Orientierung: Apparative Kosmetik im Vergleich.
Häufige Fragen zum Hauttyp
Kann sich mein Hauttyp verändern?
Ja. Mit den Jahreszeiten, mit dem Alter, mit Hormonen, mit Stress und vor allem mit dem, was du aufträgst. Der Typ von damals ist nicht automatisch der von heute.
Was ist der Unterschied zwischen trockener und dehydrierter Haut?
Trockene Haut hat zu wenig Fett, das ist eine Veranlagung. Dehydrierte Haut hat zu wenig Wasser, das ist ein Zustand und kann jede Haut treffen, auch eine fettige. Typisch dafür ist Haut, die glänzt und gleichzeitig spannt.
Braucht fettige Haut Feuchtigkeitspflege?
Ja. Wer entfettet und austrocknet, bekommt häufig noch mehr Talg. Die Frage ist nicht ob, sondern welche Textur.
Wie lange sollte ich ein neues Produkt testen?
Vier bis sechs Wochen. Ständiges Wechseln ist für die Haut selbst ein Reiz und macht es schwer zu erkennen, was tatsächlich wirkt.
Wenn du magst
Mach den Selbsttest in Ruhe und schreib mir gern, was dabei herausgekommen ist. Wenn du magst, vereinbaren wir eine Hautanalyse und schauen gemeinsam, was deine Haut wirklich braucht.
Ich freue mich, wenn ich dir dabei helfen kann. Hier erreichst du mich.
Ich arbeite in Bovenden bei Göttingen, ausschließlich nach Terminvereinbarung und immer mit nur einer Person im Haus.
Jasmina
Über mich
Ich bin Jasmina und arbeite seit über fünfzehn Jahren in der Kosmetik. Bei ESTIBEL in Bovenden bei Göttingen behandle ich nach Terminvereinbarung und immer nur eine Person zur Zeit. Was das für dich bedeutet, liest du hier: Über mich.
Sprechen wir über deine Haut.
Schreib mir ein, zwei Sätze zu dem, was dich beschäftigt. Ich melde mich in der Regel innerhalb eines Werktages persönlich.
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