Dauerhafte Haarentfernung mit IPL: wie es wirkt und was realistisch möglich ist

Kaum ein Thema wird so groß beworben wie dieses. „Für immer glatt“, „nie wieder rasieren“, und dazu ein Preis, der zu schön aussieht, um wahr zu sein.
Ich möchte es anders machen. Ich erzähle dir, wie IPL wirklich funktioniert, bei wem es gut anspricht, bei wem eher nicht, wie viele Sitzungen man üblicherweise braucht und warum ich dir das Wort „hundert Prozent dauerhaft“ nicht sagen werde.
Das klingt vielleicht weniger verführerisch. Aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass Menschen, die vorher realistisch informiert wurden, hinterher deutlich zufriedener sind. Und darum geht es mir.
Wie IPL überhaupt wirkt
IPL steht für intensiv gepulstes Licht. Das Gerät gibt kurze, starke Lichtimpulse ab. Dieses Licht wird vom dunklen Farbstoff im Haar aufgenommen, dem Melanin, und dort in Wärme umgewandelt.
Diese Wärme wandert über den Haarschaft nach unten zur Wurzel und kann die Strukturen, aus denen das Haar nachwächst, schädigen. Ein geschädigtes Haar fällt in den Tagen danach aus, und im besten Fall wächst an dieser Stelle kein neues oder nur noch ein feineres, helleres Haar nach.
Daraus folgt eine Regel, die alles erklärt: IPL braucht Kontrast. Dunkles Haar auf hellerer Haut nimmt das Licht am besten auf. Je weniger Farbstoff im Haar steckt, desto weniger kann das Licht bewirken.
Warum eine Sitzung nie reicht
Deine Haare wachsen nicht alle gleichzeitig. Jedes Haar durchläuft einen eigenen Zyklus mit einer Wachstumsphase, einer Übergangsphase und einer Ruhephase.
Erreichbar ist ein Haar nur in der Wachstumsphase, weil nur dann die Verbindung zur Wurzel besteht. Und in dieser Phase befindet sich immer nur ein Teil deiner Haare, je nach Körperstelle etwa zwanzig bis dreißig Prozent.
Deshalb behandeln wir in Abständen. So erwischen wir nach und nach immer wieder andere Haare, bis über die Sitzungen hinweg ein immer größerer Teil erfasst ist. Üblich sind je nach Körperstelle etwa sechs bis zehn Sitzungen, im Gesicht oft mehr als an den Beinen, und die Abstände liegen meist bei vier bis acht Wochen. Danach kann in größeren Abständen eine Auffrischung sinnvoll sein, denn der Körper ist keine abgeschlossene Sache. Hormonelle Veränderungen können Haare wieder aktivieren, die lange Ruhe gegeben haben.
Wie viele Sitzungen du persönlich brauchst, kann dir niemand vorher exakt sagen. Wer es tut, rät.
Für wen IPL gut geeignet ist, und für wen nicht
Das ist der ehrlichste Teil dieses Artikels, und er erspart dir womöglich viel Geld.
Gut anspricht in der Regel: dunkelblondes, braunes und schwarzes Haar auf heller bis mittlerer Haut. Klassische Bereiche sind Achseln, Beine, Bikinizone, Unterarme und bei Frauen häufig das Gesicht am Kinn und an der Oberlippe.
Kaum oder gar nicht anspricht: helles blondes Haar, rotes Haar, graues und weißes Haar. Dort fehlt schlicht der Farbstoff, den das Licht braucht. Das ist keine Frage des Geräts und auch keine Frage der Geduld, das ist Physik. Wenn ich bei dir sehe, dass die Haare zu hell sind, sage ich dir das im Vorgespräch, und dann lasse ich es lieber ganz.
Besondere Vorsicht gilt bei sehr dunkler Haut, bei frischer Bräune, bei Tattoos und Muttermalen in der Behandlungsfläche, bei bestimmten Medikamenten, die lichtempfindlich machen, in der Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei manchen Hauterkrankungen. Über eine Behandlung von Muttermalen wird bei mir nie hinweggearbeitet, sie werden abgedeckt. Bei unklaren oder veränderten Malen schicke ich dich zuerst zur Hautärztin oder zum Hautarzt, ohne Ausnahme.
Mehr über das, was Licht bei Pigmentflecken und feinen Äderchen bewirken kann, findest du hier: IPL gegen Pigmentflecken und Couperose.
Sicherheit: warum bei mir ein Vorgespräch und eine Testfläche am Anfang stehen
Behandlungen mit intensiv gepulstem Licht sind in Deutschland gesetzlich geregelt. Die Verordnung zum Schutz vor schädlichen Wirkungen nichtionisierender Strahlung, kurz NiSV, stellt klare Anforderungen an die Fachkunde, an die Aufklärung und an die Dokumentation. Ich halte das nicht für Bürokratie, sondern für einen der besten Sätze, die dem Beauty-Markt passieren konnten. Licht dieser Stärke gehört in geschulte Hände. Meine Fachkunde nach NiSV liegt vor, und ich zeige sie dir gern, wenn du danach fragst.
Deshalb läuft es bei mir so ab:
Vorgespräch und Anamnese. Wir sprechen über deinen Hauttyp, deine Haarfarbe, deine Medikamente, frühere Behandlungen, Sonnenverhalten, Erkrankungen und darüber, was du dir erhoffst. Du bekommst eine ehrliche Einschätzung, auch wenn sie lautet, dass IPL bei dir wenig bringen wird.
Testfläche. Vor der ersten richtigen Behandlung setze ich einige Impulse auf eine kleine Stelle und wir schauen, wie deine Haut reagiert. Das kostet uns etwas Zeit und spart im Zweifel sehr viel Ärger.
Schutz für die Augen. Du und ich tragen während jeder Behandlung eine Schutzbrille. Immer.
Dokumentation. Ich halte fest, mit welchen Einstellungen ich gearbeitet habe. So kann ich von Sitzung zu Sitzung sinnvoll anpassen, statt zu raten.
Wie du dich vorbereitest
- Rasieren, nicht zupfen. Am Tag vor dem Termin oder am Termintag rasierst du die Fläche glatt. Das Haar soll in der Wurzel sitzen, aber nicht aus der Haut herausragen. Zupfen, Waxing und Epilieren sind vier Wochen vorher tabu, denn ohne Haar in der Wurzel kann das Licht nichts ausrichten.
- Keine Sonne. Vier Wochen vorher und auch danach kein Solarium, kein intensives Sonnenbad, keine Selbstbräuner auf der Fläche. Gebräunte Haut nimmt das Licht mit auf, und das möchten wir nicht.
- Saubere Haut. Zum Termin bitte ohne Creme, Deo, Make-up oder Öl auf der Behandlungsfläche.
- Sag mir Bescheid, wenn sich etwas geändert hat. Ein neues Medikament, eine Schwangerschaft, ein Sonnenurlaub. Dann verschieben wir lieber einmal.
Wie es sich anfühlt und was danach kommt
Die meisten beschreiben es als kurzes, warmes Schnippen, ähnlich einem Gummiband, das leicht gegen die Haut schnalzt. Es ist auszuhalten, und an empfindlicheren Stellen kühle ich.
Danach ist die Haut oft leicht gerötet und warm, ähnlich wie nach zu viel Sonne. Das legt sich meist innerhalb von Stunden. In den folgenden ein bis drei Wochen fallen behandelte Haare aus, manchmal sieht es vorher so aus, als würden sie noch wachsen. Das ist normal.
Für die Zeit danach gilt: kein Sport und keine Sauna am selben Tag, kein heißes Bad, keine parfümierten Produkte auf der Fläche, und in den nächsten Wochen konsequent Sonnenschutz.
Was ich dir nicht verspreche
Ich verspreche dir nicht, dass nie wieder ein Haar wächst.
Was realistisch ist: eine deutliche, dauerhafte Verringerung der Haare, feineres und helleres Nachwachsen, viel längere Abstände zwischen dem Rasieren, bei vielen Kundinnen am Ende nur noch vereinzelte Haare. Für die meisten Menschen ist genau das der eigentliche Wunsch hinter dem Wort „dauerhaft“. Es soll einfach kein Thema mehr sein.
Und wenn ich im Vorgespräch sehe, dass deine Haare zu hell sind, dann sage ich dir das lieber am Anfang als nach der vierten bezahlten Sitzung.
Häufige Fragen zur IPL Haarentfernung
Wie viele Sitzungen brauche ich?
Je nach Körperstelle sind meist etwa sechs bis zehn Sitzungen im Abstand von vier bis acht Wochen üblich. Im Gesicht sind es häufig mehr als an den Beinen. Die genaue Zahl sehe ich erst nach dem Vorgespräch und der Testfläche.
Funktioniert IPL bei blonden oder grauen Haaren?
Kaum. Das Licht braucht den dunklen Farbstoff im Haar, und der fehlt bei hellblondem, rotem, grauem und weißem Haar. Wenn ich das bei dir sehe, sage ich es dir im Vorgespräch und behandle lieber gar nicht.
Tut es weh?
Die meisten beschreiben es als kurzes warmes Schnippen, ähnlich einem Gummiband auf der Haut. An empfindlicheren Stellen kühle ich. Es ist gut auszuhalten, und du sagst mir jederzeit, wenn es zu viel wird.
Muss ich mich vorher rasieren?
Ja, am Vortag oder am Termintag. Das Haar soll in der Wurzel sitzen, aber nicht herausragen. Zupfen, Waxing und Epilieren bitte vier Wochen vorher nicht mehr.
Wenn du magst
Alles zum Ablauf, zu den Behandlungsflächen und zur Dauer findest du auf meiner Seite zur IPL-Behandlung. Wenn du zwischen verschiedenen Verfahren schwankst, hilft dir vielleicht die Übersicht Apparative Kosmetik im Vergleich.
Und wenn du wissen möchtest, ob es bei dir überhaupt sinnvoll ist: Schreib mir, welche Haarfarbe und welche Stellen es betrifft, und wir vereinbaren ein Vorgespräch mit Testfläche. Hier erreichst du mich.
Ich sage dir ehrlich, was geht.
Ich arbeite in Bovenden bei Göttingen, ausschließlich nach Terminvereinbarung und immer mit nur einer Person im Haus.
Jasmina
Über mich
Ich bin Jasmina und arbeite seit über fünfzehn Jahren in der Kosmetik. Bei ESTIBEL in Bovenden bei Göttingen behandle ich nach Terminvereinbarung und immer nur eine Person zur Zeit. Was das für dich bedeutet, liest du hier: Über mich.
Sprechen wir über deine Haut.
Schreib mir ein, zwei Sätze zu dem, was dich beschäftigt. Ich melde mich in der Regel innerhalb eines Werktages persönlich.
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